Warum Proteine dein Immunsystem beeinflussen
- 8. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Wenn wir über das Immunsystem sprechen, denken die meisten sofort an Vitamin C, Zink oder Ingwer-Shots. Doch die eigentliche Infrastruktur unserer Abwehr besteht aus etwas anderem: Proteinen.
Eine Übersichtsarbeit im Fachmagazin Cell Metabolism („Amino Assets: How Amino Acids Support Immunity“, Kelly & Pearce, 2020) macht deutlich, dass Aminosäuren (die Bausteine der Proteine) nicht nur für den Muskelaufbau relevant sind, sondern auch die strategischen Regulatoren unserer körpereigenen Abwehr bilden.
Warum Proteine der Gamechanger sind
Sobald dein Körper auf Krankheitserreger trifft, startet eine komplexe Kettenreaktion. Aminosäuren übernehmen dabei zwei zentrale Rollen:
Energie & Vermehrung:
Sobald dein Immunsystem eine Gefahr erkennt, muss es in Rekordzeit Millionen neuer Abwehrzellen produzieren. Dieser Prozess ist wie eine Großbaustelle und Aminosäuren bilden hierbei das Baumaterial. Besonders der darin enthaltene Stickstoff wird benötigt, um die neue DNA und die Zellstrukturen der Immunzellen aufzubauen. Proteine sind hierbei die einzige Makronährstoffquelle, die dem Körper organischen Stickstoff liefert.
Der biologische Master-Schalter (mTOR)
Aminosäuren wirken wie Signalgeber. Besonders die Aminosäure Leucin aktiviert den sogenannten mTOR-Signalweg. Man kann ihn sich wie einen internen Sensor vorstellen: Nur wenn genügend Eiweiß vorhanden ist, gibt mTOR grünes Licht für das Zellwachstum und die volle Einsatzbereitschaft der Immunzellen.
Ist die Proteinzufuhr zu niedrig, bleibt der mTOR-Schalter auf ‚Rot‘. Die Folge: Dein Immunsystem fährt die Produktion neuer Zellen herunter, um Ressourcen zu sparen, während der Körper gleichzeitig beginnt, Aminosäuren aus der eigenen Muskulatur zu lösen, um das Defizit auszugleichen.
Stress: der unsichtbare Proteinfresser
Dein Proteinbedarf ist also dynamisch und steigt bei systemischer Belastung deutlich an:
Bei akuten Infekten priorisiert der Körper die Immunabwehr. Um die Produktion von Antikörpern und Immunzellen aufrechtzuerhalten, steigt der Bedarf auf etwa 1,5 bis 2,0g pro kg Körpergewicht.
Schwere Verletzunger oder OPs führen zu einer stark erhöhten Stoffwechsel-Aktivität. Um die Wundheilung zu sichern und Gewebeverluste zu minimieren, erhöht sich der Proteinbedarf nachweislich um 50 % bis 80 % über den Basiswert (bis zu 2,2 g/kg).
Chronischer Stress wirkt durch das Hormon Cortisol katabol, also muskelabbauend. Wenn die Proteinzufuhr fehlt, nutzt der Körper die Skelettmuskulatur als „Aminosäuren-Reserve“, um lebenswichtige Prozesse und die Immunabwehr zu unterstützen. Um diesen Raubbau zu stoppen, benötigen Athleten und High-Performer in Str
Was kannst du praktisch mitnehmen?
Um dein Immunsystem metabolisch abzusichern, helfen drei einfache Regeln:
Protein-First-Prinzip: Plane deine Mahlzeiten um die Proteinquelle. Sie sollte das Fundament sein, nicht die Beilage.
Die 30-Gramm-Regel: Versuche, ca. 30g Protein pro Mahlzeit zu erreichen, um deinen Stoffwechsel zu unter-stützen.
Stress-Anpassung: Bei Krankheit und Stress, solltest du deine Protein-zufuhr erhöhen.
Fazit: Proteine sind die Software deiner Gesundheit. Wer seine Leistungsfähigkeit erhalten will, muss dafür sorgen, dass das System immer genügend Bausteine zur Verfügung hat.
Viel Spaß beim proteinreichen essen (:
Kelly, B., Pearce, E.L., 2020. Amino Assets: How Amino Acids Support Immunity. Cell Metabolism 32, 154–175. https://doi.org/10.1016/j.cmet.2020.06.010

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